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| Traditionelles
Kuzhi-Kalari (Pit-Kalari) in Kerala |
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| Kalarippayat wird
oft als das „Tantra Yoga der Kampfkünste“
bezeichnet. Es ist gleichzeitig eine Heilkunst.
Seine Wurzeln liegen in Kerala, Süd Indien.
Entwickelt hat sich Kalarippayat am Schnittpunkt
der dravidischen Urkultur Indiens und der dhanur-vedischen
Tradition der nördlichen Einwanderer: Der Norden
brachte Veda und Stahl, der Süden das Wissen
um die Marma und Holz. |
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Unterschiede zu Yoga
Kalarippayat und Yoga basieren
auf denselben Prinzipien, dennoch gibt es große
Unterschiede. Manche Positionen im Hatha Yoga, wie
zum Beispiel der Kopfstand, werden erst seit dem
12. Jahrhundert praktiziert. Kalarippayat hingegen
ist in seiner heutigen Form seit ca. 6000 Jahren
überliefert. Ein gravierender Unterschied liegt
im mentalen Fokus: Während bei Hatha Yoga die
Aufmerksamkeit auf das Innere gelenkt wird, erweitert
der Kalari Übende seine sinnliche Wahrnehmung
maximal und lernt, Körper, Sinne und Wahrnehmung
voll zu entwickeln und auszudehnen. Kalarippayat
ist darüber hinaus dynamisch, während
klassische Yoga Positionen statisch sind. |
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Shiva und Shakti
Die Manipulation
von Energie ist ein aktiver Prozess im Kalari und
findet ihren Ausdruck in Formen, also Bewegungsabläufen,
die nach den Prinzipien männlicher (Shiva)
und weiblicher (Shakti) Energie kategorisiert werden.
Shiva Formen sind eher linear und fördern das
Durchhaltevermögen, während Shakti Formen
die Kreativität fördern, sehr fließend
sind und schon fast tänzerisch wirken. |
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„Shiva can create only when He is united with Shakti. Without Shakti, He cannot stir.”
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Sri Shankaracharya, Ananda Lahari 1
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| Kalarippayat hat
eine eigene Yoga Tradition, das Kalari Yoga. Hier
werden die aus Hatha Yoga bekannten Aspekte mit
speziellen Stellungen und Bewegungsabläufen
aus dem Kalarippayat kombiniert, wodurch der Focus
eher nach Außen gelegt wird. Ein weiterer
interessanter Aspekt sind Partnerübungen, die
man im Hatha Yoga nicht kennt. |
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Heilkunst
Viele Techniken aus dem Kalarippayat
sind integraler Bestandteil der ayurvedischen Medizin
geworden, insbesondere in den Bereichen der Massage,
Ölanwendungen sowie der Physiotherapie. Darüber
hinaus verfügt Kalarippayat über einen
einzigartigen Bereich der Therapie, die auf der
Manipulation der Energiepunkte am menschlichen Körper
basiert, den 108 Marmas. |
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Attribute
Auch das rituelle Training
mit traditionellen Waffen ist Teil des Kalarippayats.
Trainiert wird meistens mit einem Partner, wobei
„Waffe auf Waffe“ trifft und es nicht
um das Verletzen des Partners geht. Vielmehr geht
es neben dem manuellen Umgang mit Waffen um ein
Verinnerlichen von körperlichen und geistigen
Attributen, die mit den individuellen Eigenarten
spezieller Waffen einhergehen sowie periphere Wahrnehmung
und Stressresistenz. |
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| Langstocktraining
im traditionellen Pit-Kalari in Kerala |
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Sinnes-
und Körperentwicklung Kalarippayat
spricht alle Muskeln des Körpers an, vorzugsweise
in ihrer gedehnten Position. Dadurch erzeugt es
langfristig eine schlanke, starke und schnelle Muskulatur.
Darüber hinaus werden die Energiekanäle
des Körpers, die so genannten Nadis, gedehnt
und gereinigt. Es findet eine starke Entwicklung
der sinnlichen Körperwahrnehmung statt. |
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| Fortgeschrittener Drehsprung aus dem Kalarippayat |
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| Aufgrund dieser großen Bandbreite an Möglichkeiten zur Entwicklung von Körper, Sinnlicher Wahrnehmung und Ausdruck, wird Kalarippayat schon lange von Tänzern und Schauspielern zur Steigerung des persönlichen Potenzials in der Darstellung benutzt und bildet in Indien die Grundlage für das Erlernen traditioneller Tänze wie dem Kathakali. |